Gesine Herzog
01/2009 Gründung der Heilpädagogischen Praxis Pusteblume
09/2018 Gründung der Interdisziplinären Frühförderstelle Pusteblume, Traunstein
09/2019 Gründung der Individualbegleitungen Pusteblume
07/2024 Gründung der Interdisziplinären Frühförderstelle Pusteblume, Grassau
08/2025 Umzug der Frühförderstelle von Grassau nach Marquartstein
Werdegang Gesine Herzog
1972 wurde ich in Hüttental (NRW) geboren und wuchs in Schwabach (Franken) mit zwei älteren und einem jüngeren Bruder auf. Mit 16 Jahren entdeckte ich meine Liebe zu Kindern als ich im CVJM Jungscharstunden gab und bei Freizeiten als Mitarbeiterin dabei war. Davon fasziniert lernte ich Erzieherin. Ich wurde in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen mit Verhaltensauffälligkeiten und erstmals mit Behinderungen von Kindern konfrontiert. Das Interesse an einer Pädagogik für diese besonderen Kinder und die Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit führten mich schließlich zur Heilpädagogik. Deren Studium nahm ich im Wintersemester 1995 / 96 auf.
1996 heirateten Jörg-Wolfgang und ich, und wir bekamen zusammen vier liebreizende Kinder. Die Faszination von Kindern hielt sich eben auch im Privatbereich.
1999 erwarb ich in Münster in Westfalen mein Heilpädagogik-Diplom an der Katholischen Fachhochschule NRW und zog dann zu meinem Mann in die Nähe seiner damaligen Arbeitsstelle nach Kärnten in Österreich auf den Berg.
Freiberufliche Tätigkeit
Mit der Heilpädagogik zu arbeiten begann ich im Herbst 2001 und pendelte dazu zunächst von Kärnten aus zum Kindergarten Grabenstätt und zwei Jahre später auch zum Kindergarten Reit im Winkl. 2005 zogen wir als Familie nach Oberbayern und nach der ersten Kleinkindzeit unseres Jüngsten weitete sich die heilpädagogische Arbeit aus. Der Kindergarten Katharinenheim in Bad Endorf kam kurzzeitig dazu ebenso das Kinderhaus unterm Regenbogen in Bernau. Langristig startete ich eine Zusammenarbeit mit dem Montessori-Kinderhaus in Grassau.
Gründungen und Kooperationen
Im Frühjahr 2009 erfolgte die Gründung der Praxis Pusteblume, im Herbst 2009 durch ehrenamtliches Engagement die Mitbegründung des Montessori-Kinderhauses, Grassau. Meine Idee, die Integration von Anfang an dort mit hineinzunehmen, lies sich verwirklichen. Im Herbst 2018 gründete ich die Interdisziplinäre Frühförderstelle Pusteblume in Traunstein. Ein Jahr später die Individualbegleitungen in der Pusteblume. Mittlerweile bestehen Kooperationen mit 35 Kindergärten, -krippen und SvEs sowie mit Ausbildungsinstituten für Heilpädagogik und Ergotherapie.
Zusatzqualifikationen – Gesine Herzog
Immer wieder neugierig machte ich verschiedene Fort- und Weiterbildungen wie die Zusatzqualifikation sensorisch-integrative Pädagogik, den AD(H)S-Trainer (IGNIS) und schon während des Studiums die Heilpädagogische Rhythmik.
Seit Anfang 2013 habe ich die Weiterbildung zur Reittherapeutin (IPTh) in der Tasche, so dass seit Frühjahr 2013 ein Teilbereich unserer Heilpädagogik im Sattel sitzt. Um die Qualität kontinuierlich zu verbessern, erwarb ich im Herbst 2014 die TGT®-Trainerlizenz für Bodenschule beim Pferd und bildete mein Huzulenpony Camillo darin aus. Seit April 2019 bin ich außerdem TGT®-Trainerin für ReitenBASIS und seit 2020 habe ich die Reiten C-Lizenz (was dem Sachkundenachweis Pferdehaltung entspricht). Die Prüfung zum Sachkundenachweis habe ich dann 2022 beim Verterinäramt in Traunstein zusätzlich noch ablegen müssen. Mittlerweile habe ich neben meinem ersten Pferd Camillo noch den Huzulenwallach Herrn Nielson bei den Kindern im Einsatz.
Die Zusatzqualifikation zum Ich schaffs – Coach habe ich mit Sara zusammen im Dezember 2014 erworben. Und seit 2019 bin ichin der beziehungsorientierten Spieltherapie DIRFloortim®-Practitioner. Zur Zeit absolviere ich nebenberuflich eine Weiterbildung zum Fachwirt für Gesundheit- und Sozialwesen beim DeLst. Eine große Leidenschaft habe ich bei mir in den Fortbildungen zum Therapeutischen Puppenspiel entdeckt. Hier habe ich einige Seminare bei André Zirnsack und Sonja Lenneke besucht. Seitdem schöpfen wir in der Pusteblume unsere Handpuppen selber. Mit dieser Begeisterung konnte ich bereits viele meiner Mitarbeiterinnen ebenfalls infizieren.

Mitarbeiter/innen
2010 stellte ich die erste Mitarbeiterin an und dann wurden es nach und nach immer mehr. Mit Gründung der Frühförderstellen und Individualbegleitungen sind wir dann besonders schnell gewachsen, so dass ich derzeit 45 Mitarbeiter/innen und fünf Honorarkräfte beschäftige bzw. entsprechende Kooperationen mit logopädischen Praxen habe. Ich staune immer wieder, wie aus einer geringen freiberuflichen Tätigkeit während meiner Elternzeit eine Praxis und schließlich noch zwei Frühförderstellen und ein Dienst für Individualbegleitungen werden konnte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle meine Mitarbeiter/innen, die mit viel Herzblut und Engagement meine Ideen und Visionen mittragen und sich täglich mit viel Herzblut und Freude für die Kinder einsetzen!
Erzieher/innen, Eltern und Kinder
Wir arbeiten mittlerweile mit wirklich vielen Erzieher/innen, Eltern & Kindern zusammen. Die Wertschätzung und der ressourcenorientierte Ansatz erfüllen die Arbeit auf beiden Seiten mit viel Freude. Wir erhalten viel positives Feedback. Und wir lernen täglich genauso dazu. Vielen Dank an Euch Erzieher/innen, Kinderpflegerinnen und Eltern für dieses konstruktive Miteinander!
Von 2015 bis 2021 war ich bei der Kindergartenakademie als freiberufliche Dozentin tätig. Ich hielt öffentliche Seminare sowie Inhouse-Schulungen in Kitas und gab mein Fachwissen an Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und ähnliche Berufsgruppen weiter. Diese Arbeit in der Erwachsenenbildung war für mich eine abwechslungsreiche und spannende Ergänzung zu meiner Tätigkeit mit Kindern und Eltern. Außerdem machte sie mir ebensoviel Freude. Da Praxis und Frühförderung aber mittlerweile sehr groß geworden sind und viel Zeit beanspruchen, habe ich damit aufgehört.
Ausblick
Da wir mittlerweile im Vergleich zu den Anfängen sehr groß geworden sind, bin ich jetzt hauptsächlich in der Geschäftsführung tätig. In der warmen Jahreszeit von ca. April bis Ende Oktober / November biete ich sonst nur noch pferdegestützte heilpädagogische Maßnahmen am Nachmittag in der Litzelau / Oberwössen an. Um die viele Arbeit immer noch gut bewältigen zu können, unterstützen mich mittlerweile vier Mitarbeiterinnen auf der mittleren Führungsebene. Sie nehmen mir eine ganze Menge an Arbeit, Zuständigkeit und Aufgaben ab. Dadurch können wir immer noch einen sehr persönlichen Kontakt mit unseren Kooperationspartner/innen, Eltern und Kindern pflegen. Damit arbeiten wir alle gemeinsam an der Vision, qualitativ richtig gute Frühe Hilfen, Frühförderung, heilpädagogische Maßnahmen, Legasthenie- und Dyskalkulietherapie sowie richtig gute Individualbegleitungen anbieten zu können.
Wehrmutstropfen
Trotz des immer wieder in den Nachrichten beteuertem politischen Willen zum Bürokratieabbau erleben wir insbesondere in letzter Zeit genau das Gegenteil. Beim Bezirk Oberbayern, der bisher ein sehr kooperativer Leistungsträger war, erhalten wir immer häufiger die Ablehnung oder Verzögerung dringend benötigter Hilfen für Kinder im Pädagogik- und Psychologiebereich. Auch die Krankenkassen zeigen sich in den Verhandlungen mit unseren Verbänden wenig kooperativ und drücken die für die Tariferhöhungen dringenden Kostensatzerhöhungen maßgeblich, so dass für die Frühförderstellen die Handlungsspielräume zunehmend enger werden.
Ich denke, dass das größte Einsparpotiential in der Verwaltung unserer Leistungsträger und Vereinfachung der Abläufe, kurz einem echten Bürokratieabbau läge. Allein in unserer Einrichtung mussten wir zur Bewältigung der Bürokratie mittlerweile mehrere Stellen schaffen, damit wir alle Hürden erfüllen können, um überhaupt Leistungen finanziert zu bekommen.
Manchmal träume ich davon, wie schön es wäre, unsere Leistungsträger würden uns einfach nur das tun lassen, was wir am besten können: mit viel Freude mit den Kindern arbeiten und die Familien unterstützen.
Marquarstein, 11. Mai, 2026
Gesine Herzog

Gesine Herzog